Yesterday you said tomorrow

März 11, 2016

Fragen-Freitag #3

„Komm endlich mal raus aus deiner Komfortzone!“ Ich früher: „Und wer kümmert sich dann um das Sofa?“ So oder so ähnlich ging es mir früher mit Sport, schweißtreibenden Workouts und sportlichen Wettkämpfen. Als Teenie hatte ich keine Lust, liebte meine Couch-Potato-Rolle und habe diesen Hype überhaupt nicht verstanden. Bewegung, igitt. Ein Fitnessstudio-Abo war trotzdem drin. Als ich 14 war, war das irgendwie total en vogue. Hingegangen bin ich nur in sehr sehr regelmäßig unregelmäßigen Abständen. Ich war einfach noch nicht bereit für die ganzen schreienden Kraft-Prollos, die einem sogar den letzten Schweißtropfen auf der Stirn abgucken. So habe ich die Fitness-Welt damals wahrgenommen. Also ging ich lieber alleine im Wald laufen. Frische Luft, die richtige Musik in den Ohren, ein paar Gedanken für den Lauf, es gab nichts entspannteres für mich auf der Welt. Trotzdem schlich sich keine Regelmäßigkeit ein. Ich schnürte mir die Schuhe, wenn mir danach war, und das war eben nicht oft der Fall. Und auch bitte nur ab mindesten 16 Grad und Sonne. Anderes wäre ja eine Zumutung!

Der früheren Couch-Potato-Gewohnheit ist eine 5-Tage-die-Woche-was-gibts-Neues-Routine gewichen. Mittlerweile habe ich einen Halbmarathon absolviert, ein Triathlon sowie der Spartan Race sind für dieses Jahr angesetzt. Eine Kleiderstange in meinem Zimmer ist komplett für Sportklamotten reserviert. Wenn ich in eine neue Stadt reise, ist ein Probetraining im Fitnessstudio mit einkalkuliert. Einfach, weil es Spaß macht und zu mir gehört.

Wie ich mich heute zum Sport motiviere? Macht. Es. Endlich. Hört auf Ausreden zu erfinden. Und verzeiht euch vor allem die kleinen Ausreißer. Stressige Woche gehabt? Lange keinen Sport gemacht? Mal so überhaupt keine Lust auf ein Workout? Davon geht die Welt nicht unter. Wichtig ist, nach einer Flaute, einer Erkältung/Erkrankung irgendwann wieder auf die Beine zu kommen.
Viel zu oft denken wir über den Sport nach. Verständlich, er ist allgegenwärtig: #nopainnogain, #workforit, #icaniwillsummerbody. Mein „Geheimnis“ ist, es einfach zu tun. Wenn ich keine Lust auf Sport habe, dann ziehe ich mir Zuhause Sportklamotten an. Wenn man sie dann schon einmal an hat, kann man auch ins Studio. Oder eine kleine Runde joggen und wenn es nur für 20 Minuten und ohne irgendwelchen Fitnesstracker sein sollte. Es geht nicht immer um die schnellste, stärkste, beste Runde. Es geht nicht darum, jeden Tag Sport zu machen. In Bewegung bleiben sollte das Ziel sein, dann baut ihr euch nicht selbst so schnell den Graben und droht in die Keine-Lust-mehr-Spirale zu gelangen. Daneben gibt es all die bekannten Motivations-Tipps: Finde einen Workoutbuddy, macht gemeinsam Sport, bleib flexibel und such dir andere Sportarten, und und und… alles schön und gut, was ich euch aber sagen möchte ist:

Legt doch mal den ganzen Druck ab! Ich weiß, Snapchat, Instagram, die ganze neue Fitnessszene, die großen Vorbilder machen es uns allen manchmal nicht leicht. Man sieht sie sich jeden Tag an, wie sie Zeit haben, den ganzen Tag über Sport zu reden, zu schreiben, ihn umzusetzen. Man guckt ihnen mit einer Schüssel Chips oder Schokolade in der Hand bei ihren täglichen Workouts zu. Und fängt an, sich Druck zu machen. Fängt an, sich zu vergleichen und verfällt dem schlechten Gewissen. Ich lese zum Beispiel keine Frauenzeitschriften. Warum? Die ersten 10 Seiten: Akzeptiere Dich. Die nächsten 20: Verliere Gewicht, am besten so 20 kg in vier Wochen, „auf natürlichem Wege, ganz ohne Stress oder Hungern“. Ab Seite 31: Die leckersten Tortenrezepte. Das ist verwirrend und erzeugt Druck. Ihr seid damit nicht alleine. Auch die großen Fitnessaccounts haben bestimmt mal keine Lust und sind unmotiviert. Es ist aber ihr verdammter Job, euch zu motivieren und jeden Tag das Lächeln auszupacken. Also lasst euch anstecken. Denkt an die schöne heiße Dusche nach einem Workout. Das gute Gefühl, wenn die Muskeln zittern. Macht euch Musik an und fangt an zu tanzen. Irgendwann kommt die gute Laune von selbst.

Was mir vor allem bei langen Läufen passiert: Ich verliere zwischendrin die Motivation und fange an, zu gehen, anstatt weiter die Zähne zusammenzubeißen und zu laufen. Immerhin bin ich schon mittendrin, mitten im Lauf. Wenn ich nicht mehr kann, das Gefühl habe nicht mehr zu wollen, dann ist es Zeit für meine persönliche Achillesferse sozusagen, die Zeit: „Wenn ich jetzt weiter laufe, bin ich viel schneller wieder frisch geduscht am Ziel und kann essen.“ Klingt bescheuert? Ist meine beste Motivation, wenn ich keine Lust mehr habe. Nur weiter zu gehen, vertrödelt so viel kostbare Zeit. Und nach ein, zwei Kilometern im Tackt zur richtigen Musik, sind die schlechten Gedanken, die mich eben noch runtergezogen haben, wieder verschwunden.

Es gibt Tage, da helfen alle gut gemeinten Motivations-Tipps dieser Welt nichts. Es gibt Tage, da habe ich keine Lust. Da sitze ich heulend in der Ecke, weil ich mich zu fett fühle. Weil ich mich vergleiche mit all den anderen schönen Mädels dieser Welt. Tage, an denen ich das Gefühl habe, hinten an zu stehen und nie das erreichen zu können, was ich will. Also gönne ich mir diese Zeit des Selbstmitleids. Vergrabe mich für eine halbe Stunde in meinen Gedanken und höre wieder mal super melancholische Musik. Bis es mich nervt. Bis mich mein Selbstmitleid aufregt. Das ist meine beste Motivation: Egal wie du dich fühlst, steh auf, zieh dich an und zeig der Welt und vor allem dir, dass du es besser kannst!

Hier also meine persönliche To-Do-List für den Sport, Workouts, Arbeit, das Studium, Schule etc.:

  1. Ziel setzen.
  2. Arsch aufreißen.
  3. Ziel erreichen
  4. Wiederholen!

person-731281_1920


Das war wieder ein Fragen-Freitag-Beitrag! Du willst auch Teil meines Blog werden? Dann lass mir einen Kommentar mit deiner Frage, einem Schlagwort oder einem Satz deiner Wahl da. Oder schreib mir eine E-Mail an kontakt@lilakey.de. Ich werde mich bemühen, jede Anfrage einzubinden. Fordere mich heraus und mach mit bei dieser Geschichten-Challenge!


Schuhe – Nike
Hose – Esprit
Lederjacke – H&M

Mehr Lesefutter

Leave a Comment

*