Was ich von dir lernte | #FragenFreitag

Januar 6, 2017

VOM FANGIRL ZUR MITBEWOHNERIN UND ZURÜCK

Dieser Text ist sowohl für die neugierigen Nasen unter euch, die sich immer gefragt haben, wie es ist, mit einer der größten Fitnessbloggerinnen Deutschlands zusammen zu wohnen. Und für die, die schon immer wissen wollten, wie Louisa und ich mich kennenlernten und ich – zumindest für kurze Zeit – ein kleiner Teil von Fit Trio wurde. Und auch, wie unsere Geschichte ein abruptes Ende fand. Aber vor allem ist dieser Text für Lou selbst, der Text ist dafür da, um Danke zu sagen. Nun aber mal ganz von vorn…

An mein erstes Fit Trio-Workout in München erinnere ich mich noch als wäre es erst gestern gewesen. Wir kannten uns schon eine Weile aus dem Fitnessland in Braunschweig und ich war bei ein, zwei Bootcamp-Workouts in Braunschweig dabei gewesen. Ich war ein bekanntes Braunschweiger Gesicht für dich in München und darüber freutest du dich ungemein. Das Workout war klasse. Wir waren circa 50 Leute im Englischen Garten und rockten gemeinsam euer Workout. Diese positive Energie gepaart mit einer ganz neuen Sicht auf den Fitnesswahn waren es, dich mich zu deinem Fangirl machten.

Fotografin gesucht! Freundin gefunden.

Die Winterzeit in Braunschweig rückte immer näher und du suchtest einen Fotografen. Diese Suche wurde dringender, da durch ein technisches Problem viele deiner Fotos gelöscht waren. Also shooteten wir gleich ein paar Stunden und die Ergebnisse konnten sich sehen lassen. Nicht zuletzt wegen des Models vor der Kamera 😉
Wochen vergingen und wir arbeiteten fleißig weiter an Fit Trio. Dabei übernahm ich immer mehr Aufgaben, doch nicht nur das – wir wurden immer mehr zu Freunden. Konnte dir Unterstützung bieten und du eröffnetest mir eine ganz neue Welt. Eine Welt voller neuer Geschichten, voller Lebensfreude, Sport, Selbstliebe und unglaublich vielen neuen Möglichkeiten.

Zwei Menschen, die des anderen Stütze waren

Das waren wir. Zumindest für mich, ich kann nicht für dich sprechen. Wir fingen an, nicht nur gemeinsam zu arbeiten, sondern auch Tage durch zu quatschen, morgens um sieben Uhr laufen zu gehen (an dem Morgen klingelte ich aus Versehen dann Jan ganz ungeniert aus dem Bett), Bahnen zu ziehen, uns gegenseitig weiterzuentwickeln. Irgendwann entwickelte sich daraus dann die fixe Idee, gemeinsam nach Hamburg zu ziehen. Eine Wohnung war schnell gefunden, die Kisten umso schneller gepackt und wir beide ganz neugierig auf dieses neue Abenteuer. Ich musste zu dieser Zeit „nur“ meine Bachelor-Arbeit schreiben, deswegen war ich räumlich ungebunden. Du wolltest dir ein ganz neues Leben dort aufbauen und bist immer noch dabei. Fast ein Jahr ist das nun her.

Unsere gemeinsame Zeit in Hamburg beschränkt sich auf 2,5 Monate. 2,5 Monate in denen wir gemeinsam Tatort schauten, Laufrunden durch Eimsbüttel zogen, gemeinsam kochten (oder ich dein Essen mitessen durfte) und das WG-Leben ausprobierten. Aber auch 2,5 Monate in denen wir uns kaum sahen, ein Fitnessblogger ist viel unterwegs. Meine Arbeit für dich wurde weniger, ich vertiefte mich in meine Bachelor-Arbeit, reiste oft nach München zu meiner besseren Hälfte. 2,5 Monate in denen wir uns Stück für Stück voneinander entfernten. 2,5 Monate, in denen ich mich immer mehr von der Blogger-Welt entfernte. Je näher mein Abschluss rückte, desto mehr erdrückte mich die Frage nach dem „danach“. Was wollte ich eigentlich werden? Woran arbeiten? Was wollte ich alles noch sehen, lernen? Niemand konnte mir diese Fragen beantworten, es war ganz allein an mir, mich zu finden.

Wenn aus Fremden Freunden werden und wieder Fremde

Ich bekam einen neuen Nebenjob und zog zurück zu meinem Vater aufs Land. Ich brauchte diese Abwechslung, musste wieder mehr zu mir zurück finden. In den Monaten mit Fit Trio schwebte ich auf einer Erfolgswelle, meine Kenntnisse wuchsen und damit auch meine Persönlichkeit. Aber ich war noch lange nicht bereit dafür, ich selbst zu sein. Dafür konnte ich nichts und du noch umso weniger. Ich war ein kleines verlorenes Kind auf der Suche nach dem rettenden Anker, nicht wissend, dass nur ich mich selbst retten konnte. Ich war sehr unglücklich zu dieser Zeit und fühlte mich wie eine fast 1,80m große, schwere Last, wollte es dennoch alleine schaffen. Also meldete ich mich nicht mehr.

Du bist und bleibst ein Teil von mir

Doch auch während der vielen Monate, die wir nicht miteinander sprachen, las ich weiter gierig deine Blogeinträge. In der ersten Zeit wollte ich nichts mehr von alldem wissen, aber ich fing an, dich unglaublich zu vermissen. Blogeinträge wie „Euer Leben braucht euch„, „Wir müssen lernen, anderen Menschen etwas zu gönnen„, „Neue Ziele machen glücklich„, „Das Leben ist schön“ inspirieren mich noch heute. Warum ich jetzt erst damit rausrücke?

Die Arbeit mit dir hat mir gezeigt, was ich will. Das ist mir heute mehr als bewusst geworden. Mehr als 600 km getrennt von dir. Manchmal muss man erst getrennte Wege zu gehen, um das wirklich zu schätzen zu wissen, was man hatte. Klar, während unserer gemeinsamen Zeit war ich der glücklichste Mensch auf Erden und dankbar. Aber rückblickend gesehen, hätte ich vieles besser machen können. Ich bin noch lange nicht am Ziel, weder beruflich noch persönlich, aber du gibst mir immer wieder Aufwind. Manchmal allein nur dadurch, wie eins von deinen vielen Fangirls vor Snapchat zu hängen und dir beim Laufen zuzusehen. Dann werden meine Laufschuhe geschnürt, die „Fit Trio“-Playlist auf Spotify angemacht und der Schweinedino hinter sich gelassen.

Lou, meine Dankbarkeit für dich  werde ich nie in Worte fassen, in einer festen Umarmung ausdrücken oder dir jemals zurückgeben können. Ich danke dir dafür, dass du mich in dein Leben gelassen hast und werde für immer dein kleines Fangirl sein. Und ich möchte, dass du weißt, was ich alles von dir gelernt habe:

  1. Du kannst besser kochen als ich.
  2. Fitnessblogger sind viel unterwegs. Und ja, treiben wirklich viel Sport.
  3. Aber auch Fitnessblogger müssen manchmal zum Sport motiviert werden.
  4. Deine Guides sind schweißtreibend. Aber ich liebe sie.
  5. Ich kenne keinen anderen Menschen mit so vielen Sportschuhen.
  6. Ich bin immer noch bereit, dir jeden Tag in den hübschen Hintern zu treten, falls nötig.
  7. Du hast eine natürlich Begabung für Inneneinrichtung.
  8. Und eine für Geschenke. Einige der besten Geschenke kamen von dir. Am liebsten ist mir immer noch das blaue Master-Plan-Notizbuch.
  9. Ständig und überall sind Fans, Kommentare, neue Ideen, der Blog präsent – es bedarf großer Disziplin, auch mal das Handy beiseite zu legen und sich eine Auszeit zu nehmen.
  10. Ich will weiter mit Menschen zusammenarbeiten und Videos, Beiträge, Fotos und Geschichten produzieren.
  11. Wenn einem etwas nicht passt, besser den Mund aufmachen als still zu bleiben.
  12. Eine Freundschaft kann auch Krisen überstehen.
  13. Aus Fremden können Freunde werden. Und daraus wieder Fremde.
  14. Aus diesen Fremden können aber auch jederzeit wieder Freunde werden.
  15. Über seinen Schatten zu springen, ist manchmal gar nicht so schwer.
  16. Über sich hinaus zu wachsen dafür umso mehr.
  17. Sich selbst zu lieben, kann so einfach sein, wenn man es zulässt.
  18. Für seine Träume sollte man nie aufhören, zu kämpfen. Es wird sich lohnen.
  19. Mein Herz schlägt immer wie verrückt bei einer Nachricht von dir. Wie bei so einem verliebten Teenager.
  20. Deine Message, sich selbst zu lieben und mehr Selbstliebe verbreiten zu wollen, ist keine Show. Das bist du.
  21. Ich weiß, dass, wenn ich keinen Ausweg mehr wüsste, du immer noch für mich da bist. Und andersrum.

Das war wieder ein Fragen-Freitag-Beitrag! Du hast noch mehr Fragen an mich oder willst Teil meines Blogs werden? Dann lass mir einen Kommentar mit deiner Frage, einem Schlagwort oder einem Satz deiner Wahl da. Erzähl mir, welche Fragen dich beschäftigen und ich werde einen Beitrag darüber verfassen. Oder schreib mir eine E-Mail an kontakt@lilakey.de. Ich werde mich bemühen, jede Anfrage einzubinden. Fordere mich heraus und mach mit beim #FragenFreitag!

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3 comments

Amelie Februar 14, 2017 at 10:41 am

Tolle Geschichte von euch beiden!
Und ihr werdet sicher noch lange befreundet bleiben, Blog hin oder her! 😉

Allerliebste Grüße,
Amelie | https://amelieruna.wordpress.com/

Reply
Laura Februar 16, 2017 at 9:20 am

Liebe Amelie,

danke dir, das ist lieb! Und deine Workout-Playlist werde ich beim nächsten mal mal ausprobieren 🙂

Lieben Gruß, Laura

Reply
Blog-Parade: Welche Blogger inspirieren dich? | lila KEY Februar 10, 2017 at 6:34 am

[…] vergessen, Louisa von Fit Trio. Meine Geschichte als Fangirl und Mitbewohnerin gibt’s hier: Was ich von dir lernte Dieses Jahr steht eine Reunion beim Halbmarathon Hamburg an, deswegen sind wir beide auch schon […]

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