Woher schöpfst du deine tägliche Energie? # FragenFreitag

März 2, 2017
Es fühlt sich falsch an, jetzt einen Beitrag zum Thema „Energie schöpfen“ zu schreiben

Denn noch anfangs dieser Woche schrieb ich darüber, wie sehr mich die Traurigkeit und Dunkelheit wieder gefangen halten. Ich ließ meinem Gedankenchaos freien Lauf, weil ich so die Chance hatte, meiner besseren Hälfte besser erklären zu können, was in mir vorgeht. Denn versteht mich nicht falsch, er ist ein guter Mann. Always on the bright side of life. Nimmt die Dinge, egal wie sie auch kommen mögen und ist mit seiner Energie immer auf einem Level. Auf einem hohen, konstanten Level. Ups and Downs kennt auch er, aber scheinen sie seiner „Glücklichkeits-Kurve“, wenn man das so nennen kann, nicht viel auszumachen. Ich dagegen bin die pure Achterbahn.

Hello darkness, my old friend

Ständig schwanke ich zwischen Weltuntergang und „reiß dich mal zusammen“. Das ist anstrengend, aber schon immer ich gewesen. Und das klingt wiederum wie eine Entschuldigung…. Ach, wenn es doch nur so einfach wäre. Doch meistens ist davon nichts zu spüren. Man merkt es mir nicht an. Das liegt zum einen daran, weil ich mir auch verdammt große Mühe gebe, nicht jeden mit meinem Weltschmerz zu überschütten. Zum anderen geht es mir auch nicht immer super schlecht. Warum die guten Zeiten dann nicht nutzen? Man kann mich gerne dafür verurteilen, vor der Kamera stets ein Lächeln parat zu haben. Kann mir gerne an den Kopf werfen, mich der Maskerade hinzugeben und nicht authentisch zu sein. Denn wenn ich gerade nicht lächeln kann, ist die Kamera auch nicht auf mich gerichtet. Ich verkrieche mich.

Wisst ihr, wann ich authentisch bin? Immer, 24/7 lang

Nur bekommt ihr nicht alles davon mit. Weil ich mich nicht heulend vor eine Kamera setzen will. Weil ich nicht nur Bloggerin bin, sondern auch noch Arbeitskollegen, Chefs und Berufschancen entgegen trete. Weil da natürlich auch Angst ist, nur als „die Schwierige“ in die Geschichte einzugehen. Jetzt könnte man mich an dieser Stelle fragen, wieso ich das hier alles mache. Den Blog, Instagram, YouTube. Als kleines Lichtchen am großen Horizont des Contents im Netz. Ganz einfach:  Es hilft mir ungemein, meine Gedanken hier niederzuschreiben und mit euch zu teilen. Es fühlt sich nach kämpfen an.

Denn das führt zu den Zeiten, in denen mich nichts aufhalten kann. Ich Witz und Charme versprühe ohne Ende. Das sind die Momente, die ihr sehr wahrscheinlich im Internet zu sehen bekommt. Das hilft, ist mein kleiner Strohhalm. Bis dahin heißt es: Aushalten. Tee trinken. Einkuscheln. Warten. Ich weiß, dass die Dürre vorbeizieht. Ich weiß nur nie, wann genau.

Ganz zum Ende dieses Monologs noch ein paar Dinge, aus denen ich Kraft und Energie schöpfe:
  • Gute Gespräche mit Freunden
  • Melancholische Musik
  • … aber auch 2000er-Musik
  • Mit den richtigen Leuten die Nächte durchzutanzen
  • Der Melancholie und Dunkelheit selbst – sie lässt mich kreativer sein als das Zufriedenheit je könnte
  • Texte schreiben
  • Basteln – DIY
  • Das Laufen
  • Ziele und die kleinen Meilensteine dorthin
  • Eine gute Frisur – sich ein wenig flawless zu fühlen, hat noch niemandem geschadet
  • Gute, inspirierende Filme
  • Mindestens eine lebenswerte Aufgabe zu haben: Ich muss den Grund wissen, jeden Morgen aufzustehen. Ohne das funktioniert es nicht.
  • Reisen. Leute, wir alle müssen viel viel viel mehr von der Welt sehen
  • Ich könnte noch tausend weitere Dinge nierderschreiben, aber sollte ich mich auf eins festlegen – so sind es wirklich meine Freunde, aus denen ich Energie schöpfen kann.

Und weil dieser Beitrag so ganz anders geworden ist als ursprünglich gedacht, richte ich diese letzten Zeilen an die liebe Fragestellerin selbst: Ich weiß, du hast dir vermutlich eine andere Antwort vorgestellt. Hast vielleicht gehofft, eine Anleitung zu finden, die du im besten Falle auf dein Leben adaptieren kannst. Das konnte ich dir mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht geben – was ich dir aber sagen kann, ist: Hör nicht auf, aus den guten Momenten Kraft zu tanken und sie als Erinnerung für die stürmischen Zeiten aufzubewahren.

Ich danke dir für deine Frage am #FragenFreitag
Laura

Energie schöpfen 2Energie schöpfen


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4 comments

Kaja März 3, 2017 at 10:29 pm

Beim Lesen dieses Beitrages sind mir doch tatsächlich einige Tränen die Wange hinuntergerollt.
Ich danke dir, liebe Laura, für deine ehrliche und berührende Art, diese Frage zu beantworten. Tatsächlich ist dies im Nachhinein wohl die beste Antwort, die du darauf hättest geben können.
Es geht im Leben schließlich nicht darum, immer froh zu sein und nur schöne Zeiten zu haben. Manchmal lässt es sich halt nicht verhindern, dass uns innerlich etwas beschäftigt, was uns traurig macht, zurückhält, demotiviert oder zweifeln lässt.
Das, was ich so an dir und deinen Texten schätze, ist deine authentische Art, die ebenso beinhaltet, Dinge nicht verschönern zu wollen, die man nicht verschönern sollte.
Ich fühle deine Texte so. Und das hilft am allermeisten.
Vielen, vielen Dank für diesen Beitrag. Ich muss sagen, er ist mehr als gelungen.

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Laura März 4, 2017 at 10:54 am

Ich danke dir für deine Fragen! Du hast mir bewusster gemacht, aus was ich wirklich Energie schöpfen kann. Vermutlich hätte ich mir sonst diese Frage nicht gestellt. Dein Kommentar bedeutet mir so viel, unbeschreiblich viel. Denn ich hatte noch einen Punkt vergessen, aus dem ich Kraft schöpfe: Aus euch. Genau aus solchen Zeilen. Durch euch lerne ich mich selbst immer besser kennen und hoffe, das insoweit auch ein Stückchen zurückgeben zu können. Danke für so viel Kraft in deinen Zeilen <3

Lieben Gruß, Laura

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Nancy März 3, 2017 at 8:42 am

Ein sehr schöner Beitrag! Gut zu wissen wenn man nicht die einzige ist der es so geht. Ganz blöd ist wenn das Selbstliebeakku gerade auch nur noch 10 % anzeigt. Ich habe mir lange Zeit „verboten“ kreativ zu sein weil ich viel für die Uni machen musste, habe begriffen das es der falsche Weg war! Kreativ sein, viel Musik und Morgenseiten schreiben sind gerade meine Wege Energie zu laden.

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Laura März 3, 2017 at 2:06 pm

Uhh, Morgenseiten! Das ist auch eine super Idee. Schaffst du es, das Schreiben auch durchzuziehen? Ich nehme es mir immer wieder vor, aber klappen tut es nie 😀
Lieben Gruß, Laura

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