Schreibblockade.

Dezember 5, 2016

Monatelang war es still auf diesem Blog. Auf meinem Blog. Monatelang kam kein einziges Wort, keine Zeile, Langeweile. Eine Ankündigung, eine Pause, eine Erklärung, ja ich weiß, meine Lieben, sie blieb aus. Hin und wieder tauchte mein Gesicht in Snapchatstories auf, mit dem Versuch eines Kontakts, eine klägliche Bemühung zurückzufinden. „Warum schläft dein Blog?“ „Wie geht es dir?“ „Warum schreibst du nicht mehr?“… Nicht nur die Welt da draußen fragte mir Löcher in den Bauch – vor allem mein Kopf bombardierte mich anklagend mit jenen Fragen.

img_9103

WARUM NUR, SCHREIBST DU NICHT MEHR?

Was war passiert?
War überhaupt etwas passiert?

Ich stehe vor einem Haufen ungeschriebener Zeilen und wage es nicht, mich ihnen zu stellen. Denn das würde bedeuten, Farbe zu bekennen, zuzugeben, Ausreden hervorzubringen und mich in ihnen zu verlieren.

GET YOURSELF TOGETHER.

Ja, es ist etwas passiert.
Das Leben ist passiert.

Manchmal ging es mir zu gut, um zu schreiben.
Selten weinte ich zu sehr, um zu schreiben.
Öfters war ich zu abgelenkt, um zu schreiben.
Ganz oft vergaß ich, zu schreiben.
Gelegentlich verbrachte ich die Tage wie im Rausch, anstatt zu schreiben.
Mancherorts lebte ich in einer anderen Welt, als dass es sich lohnte, darüber zu schreiben.
Vereinzelt ließ ich mich treiben, ohne zu wissen, welcher Tag, welches Jahr und welches Leben da Musik spielte, im Austausch von unendlich vielen unverfassten Texten.

Aber am meisten boykottierte mich die Schreibblockade.

Eines nachts schlich sie sich zu mir, umhüllte mich und ließ meine Gedanken im Nebel zurück. Auf leisen Sohlen verfolgte und betäubte sie mich. Als ich es bemerkte, war es bereits zu spät. Sie hatte Besitz von mir genommen. Anfangs noch zögerlich, lehnte sie sich immer mehr auf. In den letzten Monaten jedoch auch noch – wurde sie mein Freund. Die Schreibblockade war meine Erklärung dafür, nicht weiterzumachen. An ihrer starken Schulter kuschelte ich mich abends in den Schlaf und ließ mir die Sorge nehmen, wieder von vorne anzufangen.

LONG, LONG WAY HOME.

Warum ich nicht einfach wieder schrieb? Mich hinsetzte und meine Gedanken in Worte formte? Angst ergriff mich. Was, wenn jetzt niemand mehr die Zeilen lesen würde? Was, wenn ich nichts mehr zu sagen hatte? Was, wenn alles zu wirr in meinem Kopf wäre, um einen klaren Satz zusammenzutragen?

Doch damit ist jetzt Schluss.

img_9105

img_9104

img_9079

Mehr Lesefutter

3 comments

Life-Update #2016/17 | bossbabebylaura.de Dezember 30, 2016 at 4:49 am

[…] an, der ganzen Bloggerszene überdrüssig zu werden. Ich wollte und konnte nicht weitermachen. Die Schreibblockade fing an, mich zu überrennen. Ich wollte, dass die Leute, ihr, meine Texte lesen und an ihnen […]

Reply
Dani Dezember 5, 2016 at 10:22 pm

Endlich zurück! Und dann gleich mit einem so starken Text und so offen gegenüber Menschen denen du dich auf kleinster Weise hättest rechtfertigen müssen. Freue mich bald wieder mehr lesen zu können!

Reply
Laura Dezember 6, 2016 at 8:58 pm

Liebe Dani,

vielen lieben Dank, du glaubst nicht, wie gut deine Worte tun! Ab jetzt kommt wieder regelmäßig wieder was von mir – ohne 6 monatige Pause 🙂

Fühl dich gedrückt!

Reply

Leave a Comment

*