Meine Erfahrungen haben mich ein wenig merkwürdig gemacht

Januar 15, 2017
Beziehungsprobleme
WIE MIR MEINE FAMILIE BEZIEHUNGSPROBLEME SCHUF

„Da brauchen wir nicht weiter drüber reden, wir wissen sowieso, dass dort noch jemand Neues kommt.“ Das waren die Worte, die mir das Herz aus der Brust rissen und mich stumm machten. Das war der Moment, der mich den Rückhalt kostete. In diesem Moment brach das letzte Fünkchen Widerstand in mir.

Meine Lippen sind versiegelt, ich lasse niemanden an mich ran. Unser Schicksal ist besiegelt, es gibt nichts, was man noch tun kann. Die Tränen sind getrocknet, nach außen hin mache ich eine starke Figur. Alles nur eine Maskerade, niemanden interessiert die Wahrheit eine Spur. Wir sind was wir sind, aber dürfen nicht das sein, was wir werden wollen. Alle wissen es besser, nur wir – wir wissen gar nichts mehr.

Unsere Liebe bekam nicht nur einen Riss, der ganze verdammte Damm brach über uns zusammen. Mit jedem Sandsack mehr an der Hand versuchten wir den Wassermassen entgegenzutreten, doch letztlich ertranken wir in den ganzen Zweifeln. Eingeredet, eingetrichtert und festgesetzt von den Liebsten der meinen. Von Erwachsenen wissend in die Irre geführt, einen Umweg nach dem anderen geschürt. Deine Überzeugung reichte nicht für uns beide, es trieb mich immer weiter fort von dir. Einst schworen wir uns Liebeseide, doch den Weg fandest du nicht zurück zu mir.

Meine Gedanken sind von Zweifeln zerfressen, ich weiß nicht, was ich noch tun kann. Bin vom Ende besessen, es gibt niemanden mehr, der sich der Liebe besann. Unsere Trennung ist nah, hörst du die Einsamkeit schon klopfen? Leise schleicht sie sich an uns heran, umarmt nur den einen und lässt den anderen tanzen. Ich bin in deinem Kopf und sie in meinem. Weiß nicht, wie ich kämpfen soll und lasse es schließlich irgendwann ganz bleiben.

[My past has tasted bitter – for years now]

Ich habe geliebt. Mit Leib und Seele. Habe mir Hochzeiten und Kinder ausgemalt, war am Pläne machen und am Ankommen. Mit dieser Liebe sind viele Träume gegangen und mit ihnen mein Vertrauen in die Zweisamkeit. In etwas von Dauer. Denke nur in Phasen, kann mich schwerlich festlegen und will es am Ende des Tages auch nicht. Reagiere ausschweifend negativ auf Romantik, kann das Wort Liebe nicht einmal mehr laut aussprechen. Pläne machen ist nicht mein Ding und Verschmelzung noch weniger. Kann „Ich liebe Dich“ denken und im selben Moment wieder verwerfen. Bin ein einsamer Wolf, der Kinder frisst.

„Er ist nicht der Mann deines Lebens.“ Ein Jahr ist seitdem vergangen. Ein Jahr, in dem ich dich versteckt habe. Ein Jahr habe ich verstreichen lassen, ohne deinen Namen zu nennen. Ein Jahr blieb unsere Beziehung ein Geist, der unerkannt und ungewollt wie ein dunkler Schatten über mir schwebte. Ein Jahr, in dem ich einknickte, kein Frieden in Sicht.

Ich kann mich nicht auf die Liebe einlassen, weil sie unbeständig ist. Kann mich ihr nicht hingeben, weil sie für mich nicht greifbar ist. Liebe ist und bleibt für mich Utopie. Ich habe mir einreden lassen, du seist nicht der Richtige für mich und deinen Gegenreden keinen Glauben geschenkt. Im Gegenteil, ich habe noch darüber gelacht. Habe mich den Zweifeln hingegeben, weil es das ist, was ich am besten kann.

Verteidigt habe ich dich nie, stand nie für dich ein. Du sahst verschüchtert vom Spielrand aus zu, kanntest die Spielregeln nicht. Wie hättest du auch loslegen können? Niemand hat sie dir je erklärt, also schaust du weiterhin vom Rand aus hilflos zu.

[I’ll be a better man today – for all of the time that I never could]

Für all die Monate, in denen ich dich versteckte, in denen ich besser hätte sein müssen, in denen ich alles unausgesprochen ließ, wie gut du für mich bist, schreibe ich diese Zeilen. Für all die Zeit, in der ich dich mit Zweifeln bombardierte, keine Feuerpause in Sicht war, schreibe ich ein Wort nach dem anderen. Für alle die Momente, die ich mit Zögern schwärzte, kämpfe ich mich Tag für Tag ein Stück zurück zu dir. Ich bin niemandem Rechenschaft schuldig, das ist mir bewusst. Möchte dir dennoch ein bisschen Sicherheit schenken, möchte aufräumen mit all meinen Bedenken.

Du bist durch nichts zu ersetzen.
Du bist mein Sparring-Partner in all seinen Facetten.
Du hast mein Herz geklaut und es an einen sicheren Ort gebracht.
Ein Lächeln von dir bringt meinen Tag zum Strahlen.
Einen Blick von dir kann ich besser lesen als meine Muttersprache sprechen.
Eine Berührung von dir erdet mich mehr als es eine Therapie jemals könnte.
Ich weiß, was gut für mich ist und niemand kann sich darüber erheben.
Ich bin ich bei dir, du akzeptierst mich in all meinen Facetten.
Ich werde besser sein, versprechen kann ich nichts, doch zumindest wird das mein Erstreben sein.

Du bist gut für mich. Verschwinde nicht.

Mädchen Natur

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Schal | Zara
Pullover | H&M

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4 comments

Mit dem Halbmarathon direkt in ein neues Leben | lila KEY Juni 22, 2017 at 9:16 pm

[…] 16: For my love, my dear sweet love. Du schenkst mir den größten Rückhalt, küsst mich auf die Stirn, wenn ich nicht weiter weiß und […]

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Ich zerbreche an einem Mann, der schwächer ist als ich | lila KEY Februar 1, 2017 at 11:45 pm

[…] Kilometer: Denn Sie wissen nicht, was Sie tun. […]

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Hannah Januar 15, 2017 at 8:47 pm

Wooow! Ich habe mir beim Lesen eine Poetry-Slam Bühme vorgestellt, auf der du stehst und diesen Text mit all seinen Gefühlen vorträgst! Es hätten alle Gänsehaut bekommen…da bin ich mir sicher! Mach weiter so!

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Laura Januar 16, 2017 at 10:01 am

Liebe Hannah,
so lieb von dir, danke! Bei dem positiven Feedback werde ich ja ganz rot 🙂

Lieben Gruß, Laura

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