Mädels, warum ist es so schwer, sich die Haare abzuschneiden?

März 24, 2017

Es klingt banal, sich ein paar Zentimeter seiner Mähne abzuschneiden. Für viele Mädels ist es das aber nicht. Eine neue Frisur läutet meist eine Veränderung ein, zumindest war das bei mir bisher immer so. Da geht es nicht um die Farbe, die habe ich aus reiner Langeweile schon oft verändert.

Mir jedoch mehr als einen halben Zentimeter mehr als geplant abzuschneiden, macht mich irre.

WIESO DAS SO IST? DIE NEUE FRISUR IST EIN EINSCHNITT IN MEINE PERSÖNLICHKEIT

Normalerweise sollte das nicht zu Körperwahrnehmungsstörungen führen. Haare wachsen doch sowieso wieder nach! So leicht kann ich das aber nicht abtun. Sobald ich auf einem Frisörstuhl sitze, schlägt mein Herz automatisch schneller, meine Atmung schnellt in die Höhe, meine Hände werden schweißnass – alles Zeichen von Angst. Irrationaler Angst. Denn auf diesem Frisörstuhl muss ich meine ganze Kontrolle abgeben und dem Frisör Vertrauen schenken. Was ich nicht will, dennoch muss. Einer völlig fremden Person, da ich nicht oft zum Frisör gehe und deswegen keinen Stammfrisör habe. Vor allem nicht in einer neuen Stadt wie München. Und meistens ist man mit dem Ergebnis sowieso nicht zufrieden.

Schneidet man mir 6 cm meiner Haare ab, wirft mich das insgesamt – in meiner gesamten Entwicklung – in meinem Kopf auch um ein halbes Jahr zurück. 1 cm Wachstum = 1 Monat. Anders ist es, wenn ich mich freiwillig entscheide, meine Frisur von lang auf kurz zu verändern: Das bedeutet, ich will bewusst mit einer Phase abschließen.

Kurz vor meiner Einschulung beispielsweise: Tagelang heulte ich meiner Mutter die Ohren voll, doch bitte meine Haarpracht, wenn es denn wirklich sein muss, nur um ein paar Millimeter zu kürzen. Auf dem Frisörstuhl angekommen, antwortete ich auf die Frage, welche Frisur ich denn haben möchte, mit einer einzigen Handbewegung: Haare auf Kinnlänge ab – ich war ja schließlich kein Kindergartenkind mehr. Später dann: Grundschule abgeschlossen, Haare ab. Studium abgebrochen, Haare ab. Zweites Studium abgeschlossen, Farbe verändert.

NEUE FRISUR = NEUES LEBEN

Seitdem ist viel Zeit vergangenen und ich befinde mich ein einem neuen Job, meinem Volo. 6,5 Monate sind schon vergangen, seitdem ich das erste Mal durch die Türen von ProSiebenSat.1 geschritten bin. Seit zwei Wochen bin ich auf Rotation im Business Development. Die Arbeit hier ist so anders als in meiner Redaktion: Schneller, lebendiger, bedeutender. Und meine Haare? So lang wie noch nie in meinem Leben. Für meine Verhältnisse habe ich es also sehr lange ohne große optische Veränderungen durchgehalten. Aber ich merke, wie es mich in den Fingern juckt, ich allen Frauen um mich herum auf die Haare schaue und jedes einzelne Haar fixiere, jede Frisur überdenke.

Vor allem Pinterest ist eine wundervolle Quelle, um sich neue Inspirationen zu holen. Mein Handy ist schon voll von Screenshots und meine WhatsApp-Chatverläufe quellen über von Meinungen meiner Haarberatungsassistenten – äh Freunde. Die nächsten Wochen werden zeigen, ob es Zeit für eine neue Frisur ist.

Es klingt banal, sich die Haare abzuschneiden. Nicht jedoch, wenn sich eine neue Ära in deinem Herzen einen Weg bahnt, welcher du unbedingt Ausdruck verleihen möchtest. Es mag so banal klingen, das war es jedoch nie (für mich).


Du hast Fragen an mich oder generell Fragen, die du sonst niemandem stellen kannst? Dann immer her damit und mach mit beim Fragen-Freitag! Schreib mir eine E-Mail an kontakt@lilakey.de oder hinterlasse gerne einen Kommentar. Ich werde mich bemühen, jede Frage  einzubinden. Fordere mich heraus und mach mit beim #FragenFreitag!

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2 comments

Claudia März 29, 2017 at 1:01 pm

Die lieben Haare 😀 Momentan lasse ich meine ein wenig wachsen, sie sind schon zur Hälfte über die Ohren drüber, aber es reizt mich schon wieder, das Gestrüpp einfach zu nem radikalen Kurzhaarschnitt trimmen zu lassen … Erat hatte ich sie kurz, blondiert und buntgefärbt, dann nen Undercut, nun einen Übergangsschnitt und farblich nach der bunten Phase (blau, rosa, lila, pink) ein dunkles, kühles Braun, frage mich aber immet mal wieder: Passt das? Bin das ich? Meine Haarlaune wechselt, ich will mal die eine, mal die andere Facette meiner Persönlichkeit zeigen. Diesmal hoffe ich aber, ich halte noch ein wenig durch bis zum nächsten Schnitt. Mich nervt an kurzen Haaren nämlich, wie oft man sie schneiden muss 😀

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Laura März 30, 2017 at 4:13 pm

Du hast ja wirklich schon eine krasse Hair-Journey erlebt! Da bin ich mit meinem Farbwechsel (blond, rot, braun, blond, rot, blond) ja noch bei Weitem nicht so experimentierfreudig 😀 Dafür hab ich es immerhin von lang blond auf kurz (wirklich kurz) und braun geschafft! Momentan geht es aber wirklich nur um das reine Haare-Abschneiden. Und wie du es schon auf den Punkt gebracht hast: „Passt das? Bin das ich?“ – die Frage bekomme ich nicht aus dem Kopf.

Lieben Gruß, Laura

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