Komm raus aus deiner Deckung

März 21, 2017
herzklopfen

Dunkel und verdreht. Das ist er. Traurige Augen zieren sein erschöpftes Gesicht. Ein Frauenschwarm, nicht zu leugnen. Doch da ist auch noch was anderes, nicht? Er ist stark und gleichzeitig von tiefem Schmerz zerrissen. Irgendwann wird ihn das alles hier einholen, das ist ihm bewusst. Irgendwann wird er sich einem Menschen öffnen müssen, für ihn momentan jedoch der größte Verlust.

Dunkel und verdreht. Das ist auch sie. Ein tapferes Lächeln ziert ihr hübsches Gesicht. Ein unglückliches Ding, nicht zu leugnen. Trotzdem stets dabei, das Richtige tun zu wollen. Reinpassen zu wollen. Gleichzeitig stark und doch von tiefstem Schmerz zerrissen. Irgendwann wird sie das alles einholen, nur niemand weiß so genau wann.

Irgendwann einmal wird das alles hier nur Erinnerung sein.

IT TAKES A LOT TO KNOW A MAN. IT TAKES A LOT TO UNDERSTAND.

„An dir ist ein guter Mann verloren gegangen.“ Ich weiß. Den Gedanken brauche ich nicht mal zu Ende fassen und du hast schon längst erkannt, was ich noch sagen wollte. Was ich noch sagen wollte – wird wahrscheinlich nie ganz dein Gehör finden. Weil ich selbst nicht mal genau weiß, was ich eigentlich noch sagen wollte.

Seelenverwandte. Wir besiegeln das mit einem High-Five und sind der festen Überzeugung, zwischen uns? Da ist nichts. Kein Herzklopfen, keine schlaflosen Nächte, keine Spannung. Wir verstehen einander, nichts weiter. Und da ist auch heute nichts, kein Herzklopfen. Trotzdem schlaflose Nächte, doch nicht unseretwegen. Das Leben ist das, was uns umtreibt. Dass wir uns selbst nicht akzeptieren können, ist das, was uns zu Einzelgängern im Herzen macht.

TELL ME YOUR SECRETS. BECAUSE, YOU KNOW, I HAVE THE SAME.

Sanft, dennoch fordernd. Hände, die forsch ihre Bahnen ziehen. Dein Körper fest an meinem. Erregung verpestet den Raum. Von irgendwoher kommt Musik, der aber niemand weiter Beachtung schenkt. Die Luft hängt schwer über uns. Dein süßer, schwerer Duft steigt mir zu Kopf. Zwei Menschen, die einander suchten und dennoch niemals finden werden. Unsere Geschichte endet hier in einem hollywoodreifen Kuss, der so weit entfernt der Realität lag und dennoch passierte. Passieren musste.

„Bring mir bei wie das Leben schmeckt.“ Oh, das hast du. Nach Versuchung, Erlösung, Dunkelheit, Verlangen, verloren und gefangen sein. Niemals am Ziel zu sein, und es dennoch stets vor Augen zu haben. Wir gehören nicht einander und dennoch stört uns das nicht einmal. Manche Geschichten enden so.

THE HUNTER AND THE GUN.

Meilenweit entfernt voneinander. Sicherheitsabstand. Stillstand. Bloß nichts zugeben, keine Eingeständnisse machen. Sich dem Moment hingeben und am Ende doch den Schwanz einziehen. Das, was wir am besten können. Den Schein aufrecht halten, was hält uns denn auch sonst noch?

Und mitten in der Nacht, da weiß ich doch, was ich noch sagen wollte: Babe, du musst dir endlich nehmen, was dir zusteht. Hör auf, Ausreden zu erfinden und geh verdammt nochmal deinen Weg.

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