Die Sache mit der Prozentrechnung

Januar 25, 2016

„Zwanzig Prozent Risikominimierung durch Brustkrebsvorsorge heißt nicht, wie selbst viele Ärzte glauben, das 20 von 100 Frauen gerettet werden können.

Es heißt nur, dass von 1000 Frauen, die sich keinem Screening unterziehen, fünf sterben, und von 1000 Frauen, die eines machen, vier sterben werden. Der Unterschied von vier zu fünf ergibt die 20%.“

Payback, Frank Schirrmacher

…und schon wirken 20% Risikominimierung weit weniger attraktiv als vorher. Dieses Beispiel mag erschreckend für den ein oder anderen sein, für mich war es genau richtig, um mir endlich die verdammte Prozentrechnung und ihre Interpretation von solchen Aussagen zu merken. Im Einmaleins der vorbereitenden Buchhaltung, die ich eine Zeit lang für die Werbeagentur übernahm, in der ich 8 Monate meines Praktikantenlebens verbrachte (Cheers, dass diese Zeit vorbei ist!), sollte man das Auf- und Abrechnen der Umsatzsteuer (ugs.: Mehrwertsteuer) ohne Zögern beherrschen…trotzdem zückte ich jedes Mal den Taschenrechner und googelte „Prozentrechnung“. Am Ende meiner acht Monate beherrschte ich es im Schlaf wie man gleich nochmal aus einem Bruttobetrag den Betrag der Umsatzsteuer rausbekommt. Nur um dann zwei Jahre später im Sommer bei der Presseagentur meinen heißgeliebten Freund Google um erneuten Rat zu bitten.

Manchen wäre das peinlich, ich nenne es menschlich. Heute schreibe ich als Freiberufler genug Rechnungen – nur noch mit Hilfe meines Taschenrechners.

Ob mir Mathe in der Schule lag? Insgesamt eigentlich ganz gut. Also so lange es nicht um irgendwelche fancy Rechnungen ging, die sich der Lehrer aus Boshaftigkeit für die Mathearbeit ausdachte, dessen Mentalität ungefähr so lautete: „Warum sollte ich euch Sachen abfragen, die wir immer und immer wieder geübt haben? Da gehe ich doch davon aus, dass ihr die könnt, was soll ich die euch also in einer Klausur nochmal abfragen?!“ Danke, Herr Kühn* an dieser Stelle. Letztgenannter wurde in der Oberstufe dann durch Herrn Brandt* ausgetauscht, dessen Einstellung sich anhand folgender Anekdote festhalten lässt:

Herr Brandt* versucht eine Aufgabe zu lösen, aber sie geht nicht korrekt auf und er wundert sich…
Schülerin: „Ja, aber Sie müssen das doch Zuhause überprüft haben!“
Herr Brandt*: „Naja… Hab ich ja versucht, aber dann kam halt doch Two and a half man…“

Im Klartext: Beides wundervolle Lehrer, die meine Mathenote irgendwas zwischen 9 und 14 Punkten einpendeln ließen. Für alle unter euch, die gerade etwas genervt von ihren Matheaufgaben sind (egal ob Schule, Studium oder Beruf) habe ich abschließend ein paar Anekdoten aus meinem Abibuch parat. Viel Spaß!

 

Herr Kühn*: „Morgen ist der letzte Termin, um mir die Klassenarbeiten zurück zu geben.“
Schüler: „Was ist denn, wenn ich sie morgen immer noch nicht mithabe?“
Herr Kühn* überlegt: „Kennst du eigentlich den Film ‚Das Kettensägenmassaker‘?“

Herr Vogel*: „Wenn Sie erstmal keine Ahnung haben, wie Sie an eine Aufgabe herangehen sollen, was ist dann in der Stochastik das erste Mittel Ihrer Wahl?“
Schüler: „Abgucken!“
Herr Vogel*: „Ja, also wenn Sie einen schlauen Sitznachbarn haben, stimme ich Ihnen zu, ansonsten…BAUMDIAGRAMM, Leute!!“

Es ist Montag. Eine Schülerin malt statt geraden Linien Wellenlinien in eine Vierfeldertafel.
Herr Vogel*: „Na, wenn ich mir so Ihre Linien anschaue… Muss ich mir irgendwie Sorgen um Sie machen? War das Wochenende so hart?“

Herr Winkler*: „War ja klar, dass bei der Klausur nicht so viel bei rumkommen würde.“

Schülerin zu Herrn Brandt*: „Ja also Sie erfüllen voll das Mathematiker-Klischee!“
Darauf dieser lachend: „Also ich hatte schon mal ‘ne Freundin, so ist ja nicht!

Und zu allerletzt:
Jemand stöhnt im Matheunterricht laut auf.
Herr Vogel*: „Bitte nicht in meinem Unterricht sterben, das ist immer so ein Papierkram!“

*=Name geändert.

Mehr Lesefutter

Leave a Comment

*