Being BOSSY

Mai 11, 2017
being bossy

Niemals vorher in meinem Leben wurde ich wochenlang so konstant unter die Lupe genommen, analysiert und konfrontiert.  Jede Faser meines Körpers wurde untersucht, jede Regung war Auftakt neuer Diskussionen. Vieles endete in Frustrationen. Ich verstehe das, schließlich bin ich die Neue und benehme mich als wäre ich hier bereits jahrelang zu Hause.

Beim Gang durch die Flure wirke ich als hätte ich bereits jetzt mehr zu sagen als meine Position es vermuten ließe.  Meine Schritte sind fest, der Kopf stolz in die Höhe gestreckt.  Was sagt euch das?

Bei Diskussionen wirke ich als würde jedes Wort an mir abprallen – tut es das? Meine Worte sind bestimmt, ich weiß, was ich will. Schüchtert euch das ein?

Bei flüchtigen Treffen wirke ich als wäre ich wichtig – bin ich das? Ich kann euch sagen, meine Arbeit ist mir wichtig, wichtiger als Feierabend, als Schlaf, als Freizeit, als zu essen und zu trinken. Was sagt euch das? Das ist doch nur eine kleine Facette von mir.

WER SEID IHR, ÜBER MICH ZU RICHTEN?

Denn ihr wisst nicht, was ihr damit tut. Oder anzurichten droht.

Meine Art verwirrt viele – vielleicht, weil sie noch nicht so oft Menschen getroffen haben, die keine Angst vor der Kontaktaufnahme haben oder so überzeugt in ihren Gedanken sind. Ich werde dich auf offener Straße ansprechen und du wirst mir zuhören. Denn was ich zu sagen habe, kann manchmal schmerzhaft sein, aber wird dich weiterbringen. Und wenn du die Ironie erkennst, vielleicht sogar zum Lachen. Du musst nur Vertrauen in eine wildfremde Person haben. Wo liegt das Problem?

Das Problem ist, dass es sich viele unglaublich bequem gemacht haben. Ihre Erfahrung oder Alter legitimieren es, sich nicht mehr fortentwickeln zu müssen, denn sie haben bereits alles gesehen. Lass mich dich doch an die Hand nehmen und dir mehr von der Welt zeigen. Ich sage nicht, dass jeder Weg der richtige sein wird, oder dass er leicht von statten gehen wird, aber ich verspreche dir, es wird sich lohnen. Ich sage auch nicht, dass ich die Weisheit mit Löffeln gefressen habe, aber ich habe keine Angst. Lass uns voneinander lernen, lass uns des anderen Herausforderung sein.

Das Problem ist, dass niemand mehr die Verantwortung für sein Handeln übernimmt. „Ich bin nicht Schuld!“ „Das liegt an ein einer anderen Sache…“ „Ich hatte gesagt, dass es nicht gut werden kann, weil ich noch dies und das…“ Ich hab es satt. Wirklich. Verantwortung zu tragen und die Dinge aus einem anderen Blickwinke zu betrachten, kann doch wirklich nicht so schwer sein.

Ich arbeite darauf hin, mich nicht mehr vorstellen zu müssen, weil man mich kennt. Was ist so schlimm daran? Ich gebe alles und erwarte das auch von euch. Ich wünsche mir Herzblut, Tag für Tag, halt inne und hinterfrage mich, hinterfrage meine Arbeit und will mehr. Ich will mehr, viel mehr, als ihr euch vorstellen könnt.

Ihr wollt mich bossy? Bitteschön: Außergewöhnlich zu sein, ist das Ziel. Denn vergesst nicht – durchschnittliche Menschen sind deshalb durchschnittlich, weil sie in Ruhe gelassen werden wollen.

Am Ende des Tages kann ich letzten Endes voller Überzeugung behaupten – ich bin ich und verstelle mich nicht. Ihr habt mir nur keine Chance gegeben, mich richtig kennenzulernen. Seht nur das, was ihr sehen wollt. Das ist schade, wirklich. Aber es ist nicht mein Problem.


Mir ist wichtig, hier nochmal herauszustellen, dass dieser Text nicht auf meine gegenwärtige Arbeit zutrifft. Trotzdem – aller Anfang ist schwer und das war es auch hier. Glücklicherweise ist Zeit ins Land gegangen – und ich habe mich von vielen negativen Erkenntnissen befreit. Daher fühle ich mich bereit, diese Zeilen endlich mit euch zu teilen <3

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2 comments

magdaeva Mai 11, 2017 at 10:50 pm

Hallo meine Liebe,
ich kenne das Gefühl auch von allen gemustert zu werden, da man irgendwo „neu“ ist. Hinzu kommt dann noch die Arbeit, die nicht immer vom ersten Tag an einwandfrei läuft, aber mit der Zeit bekommt man ein Gespür und dann läuft es auch. Die Sache mit „Ich bin nicht Schuld“ kenne ich auch zu gut, denn viele Menschen wollen die Verantwortung nicht übernehmen und erwarten, dass andere für sie die Verantwortung übernehmen. Manchmal frage ich mich echt, was heutzutage mit der Gesellschaft los ist.

Liebe Grüße,
magdaeva

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Laura Mai 15, 2017 at 5:33 pm

Liebe magdaeva, tausend Dank für deinen Kommentar. Du hast es auf den Punkt gebracht! Ich weiß manchmal auch nicht, was mit der Gesellschaft los ist. Man hat verlernt an einem Strang zu ziehen, auch und vor allem in der Arbeitswelt. Jeder ist sich selbst der Nächste. Wichtig zu erkennen ist, dass man nicht jeden ändern kann.

Lieben Gruß
Laura

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