Aroo, Aroo Spartaner!

Mai 7, 2016

Spartan Race Sprint

Mein erstes Mal: „Idyllische Kulisse, so schwer kann das gar nicht sein!“, dachte ich mir noch, dann fiel mein Blick auf das erste Hindernis und ein aufregendes Zittern durchlief meinen ganzen Körper. Es war eine Kletterwand, ein Höhenhindernis, später beim Lauf sollte mich das Zittern genau an dieser Stelle noch einmal durchschütteln, diesmal nur in den Beinen mit einem pochenden Herzen. Es war höher als gedacht. Dazu später aber mehr. Hier folgt erstmal ein Bild vom letzten Drittel des Laufs, klatschnass wohlgemerkt. Nur am rechten Bein kann man noch erahnen, wie schlammig ich vorher gewesen sein musste.

Spartan Race Olympiapark Spartan Race Olympiasee _DSC5346

Volunteer? Besser Drillinstruktor! Selten so einen aufmüpfigen Streckenhelfer erlebt. Klar feuerte er uns mit aller Macht an. Wie ein amerikanischer Drillinstruktor. Also konnte ich es mir nicht nehmen, für einen Moment vor ihm innezuhalten und ihm ein freundliches, aber bestimmtes, „Ich nehme dich gerne mit ins Wasser“ ins Gesicht zu hauchen. Der kurze Streckenabschnitt unter der Brücke hat meiner Nase den Rest gegeben. Ententümpel, here I come! Am Hang entlang zu laufen hatte etwas Wildes. Später erzählte uns unser persönlicher Streckenfotograf (Bruder meines Freundes), dass wohl einige Läufer einer nach dem anderen abwärts in den Fluss fielen…

Kletterwand Spartan Race München Spartan Race 2016

Einmal München von oben, bitte: Bei dieser Holzkonstruktion handelte es sich meiner Meinung nach um eines der leichteren Hindernisse. Oben angelangt braucht man zwar ein, zwei Atemzüge, um mit der Höhe klarzukommen, aber einmal umgedreht, schon war man wieder unten.

Schwimmen Spartan Race

„Baden verboten aufgrund Verunreinigung des Sees!“: Meinem Freund gegenüber scherzte ich noch, nachdem ich klatschnass aus dem kalten Olympiasee stieg – zumindest war das der Plan. Nachdem wir quer durch den See geschwommen waren, drehte ich mich zu ihm und wollte witzig sein, traf nur überhaupt nicht den Ton des Wettkampfs, was uns nur noch mehr zum Lachen brachte. Ziel erreicht, Weg dahin, sagen wir beschwerlich, aber lustig. Mein Gesichtsausdruck resultiert aus 5km Strecke geschafft, 4 Wasserhindernisse überwunden und keine Ahnung, ob ich frieren, schwitzen, laufen oder sterben soll. Übertrieben gesagt. Hätte ich an dieser Stelle gewusst, was noch kommen würde, hätte ich mich wahrscheinlich einfach platt auf den Boden gelegt. Also war es wohl ganz gut, ins Ungewisse zu rennen.

Spartan Race München Sprint

Höhenenergie: Zitternde Beine überwunden, Höhe getrotzt und Kamera gefunden, einmal Cheeeese, bitte!

Spartan Race München

„Wirklich jetzt?!“: So schnell kann das Sonnenschein-Lächeln wieder aus dem Gesicht verschwunden sein, ich stand meinem Endgegner für diesen Tag entgegen und blickte ihm direkt in das schiefe Gestell:

Wand Spartan Race

Der Endgegner: Elegant sieht anders aus – leider konnte die Kamera meinen Sturz nicht einfangen, der Fotograf war wahrscheinlich einen Moment außer Atem, als ich die 2,50m Wand runterfiel. Glücklicher- und vorausschauender Weise lag Heu verstreut auf dem Boden. Erster Versuch, epischer Fail. Zweiter Versuch, nicht weniger elegant, dafür aber erfolgreich. Meinen Helfern sei bis in alle Ewigkeiten gedankt. Ich muss zugeben, nachdem ich die Steilwand hinter mir hatte, fiel ich meinem Freund für 10 Sekunden weinend in die Arme. Ab Sekunde 11 war der Kämpfermodus wieder an und das nächste Hindernis konnte kommen.

Hindernis Spartan Race München Hindernis Spartan Race

Rapunzel, Rapunzel, lass dein Haar herunter: Das letzte Hindernis des Spartan Race Sprint. Die Wand wurde konstant von oben bewässert, weswegen ich erst dachte, dieses Hindernis würde sich als besonders schwierig erweisen. Dem war aber glücklicherweise nicht so und wir 5 liefen völlig fertig, aber voll gepumpt mit den besten Hormonen ins Ziel ein.

Siegesfoto Spartan Race

„Aroo!“ – Schnell noch ein Siegesfoto mit verdienter Medaille geschossen und ab unter die wohlverdiente Dusche. Die hatten wir auch besonders nötig. Der Lauf erstreckte sich über 5+ km (tatsächlich waren es 7k) mit 15+ Hindernissen, über Wasser, Land, Matsch und besonders fies matschigen Hügeln. Belohnt wurde man des Öfteren mit einem Blick über ganz München, nachdem man sich den Olympiaberg vorgenommen hatte und über eine 8 Fuß hohe Wand sprang.

Spartan Race 2016 München

Schlamm, Matsch und Dreck: Mein persönlicher Favorit – die ganze Gruppe von oben bis unten mit Schlamm bedeckt. Die Jungs waren sich nicht zu Schade, den Schlamm wie American Football-Spieler ins Gesicht zu schmieren – ihre ganz persönliche Kampfbemalung. Hier lest ihr, welchen Hintergrund diese schwarzen Streifen im Gesicht wirklich haben.

Insgesamt kann ich vom Lauf nur schwärmen. Super Hindernisse, für jeden was dabei, was den Schwierigkeitsgrad anbelangt. Insgesamt bekamen wir für unsere Startgebühr gehörig was geboten. Leider habe ich keine Fotos von allen Hindernissen, die wir gemeistert haben. Gerne erzähle ich euch davon:

Seil klettern: Wir wussten, dass das auf uns zukommt. Deswegen schauten wir uns vorher dieses Video an. Uns war nur nicht klar, dass es uns nichts nützen würde, da das Seil nicht einfach bloß von der Decke, sondern von einer Brücke ins Wasser hing. Demnach fiel es nicht bis auf den Boden, sondern fing erst am Brustkorb an. Damit war die Technik für die Katz. Meine ersten 30 Burpees (Maßnahme bei nicht absolviertem Hindernis) standen an.

Schlammbad: Um so richtig schön dreckig zu werden wie auf dem Foto oben, erwarteten uns Container voll Matsch. ich kann euch nicht sagen, welche Teile dort zusammengesetzt wurden, ich kann nur sagen, dass es eine Ganzkörperpackung für jeden von uns war. Unglücklicherweise fasste ich mit meiner Matschhand meinem Freund mitten auf den Kopf, als dieser an mir vorbeiziehen wollte und sich fast den Kopf stieß. Meine matschige Hand verhinderte dies schließlich.

Wasserhindernisse: Mitgezählt habe ich nicht, wie viele es wirklich waren an dem Tag. Beim ersten zierte man sich noch, spätestens nach dem dritten sprang man direkt ins Wasser. Einmal war es so kalt, dass sich mein ganzer Brustkorb zusammenzog. Zeit darüber nachzudenken hatte ich nicht, schließlich wartete da eine Netzwand auf mich erklommen zu werden…

Holzwände: Der Klassiker unter den Spartan-Hindernissen. Von Wand zu Wand wurden sie höher, sodass die Jungs und ich irgendwann gegenseitig Räuberleitern bauen mussten, dass auch alle rüberkamen. Bei einer Wand war ich besonders stolz, dass ich von eigener Kraft darüber kam, nur um mir dann von Zuschauern sagen zu lassen, dass ich hätte darunter durch gemusst.

Bogen schießen: Schafften an dem Tag ganze zwei Spartaner, einer davon aus unserem Team. Bogen schießen ist die Station, an der die meisten Burpees absolviert wurden. Von ganzen 5500 Teilnehmern.

Das Olympiastadion: Treppen, Treppen, Treppen, wohin das Auge sehen kann. An einer Station hängten sie uns noch massive Ketten aus Metall um den Hals. Zwei Kisten standen zur Auswahl, die eine pink angesprüht, das Zeichen, dass diese für Frauen vorgesehen waren. Ich zog mir also eine raus, hievte sie unter Tränen die Treppe runter und wieder rauf, um sie mit letzter Kraft zurück in die Kiste fallen zu lassen. Dann wurde mir freundlicherweise mitgeteilt, dass es sich hier fälschlicherweise um eine Männer-Kette handelte…

Das beste am Lauf: Der Teamzusammenhalt. Wenn ihr überlegt, an solch einem Rennen teilzunehmen, nehmt euch Teammitglieder mit. Das erhöht nicht nur den Spaßfaktor um einiges, sondern ist auch besonders nützlich bei Hindernissen, die ihr alleine nicht erklimmen könnt.

Nochmal das ganze Spektakel? Auf jeden Fall!

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