Angekommen

März 27, 2016

Als er an diesem Tag in sein Auto stieg, klopfte ihm das Herz bis zum Hals. Etwas war anders heute. Er war nervös. Sein maßgeschneiderter dunkler Anzug fügte sich unter jeder seiner Bewegungen wie angegossen. „Es ist alles gut, du machst das nicht zum ersten Mal!“, versuchte er sich zu beruhigen. Doch es half nicht. Nichts in der Welt konnte ihm an diesem Tag seine Nervosität nehmen – er musste es tun.

Noch heute Morgen hatte er sie mit einem Kuss geweckt, fuhr ihr liebevoll durch das braungelockte Haar. Noch war niemand erwacht, dieser Moment gehörte nur ihnen. Ganz allein, zu zweit. Dieser Moment war kostbar, denn nicht mehr lange, die Vorbereitungen waren schon in vollem Gange. Ein leises Kinderlachen hallte durch die vielen verwunschenen Räume des alten Hauses, welches sie in diesem Jahr endlich ihr eigen nennen durften. Langsam aber sicher erwachte das Haus zum Leben, seine Bewohner krochen bestgelaunt im Licht der Morgensonne aus ihren Schlafgemächern.

Sein Atem ging schnell. Verdammt, dachte er sich, war er doch ein erwachsener Mann! Er riss sich zusammen, startete den schwarzlackierten Wagen und fuhr los. Viel zu schnell preschte er die Straßen hinunter, sein Ziel stets vor Augen. Doch wo war sie? Wie konnte sie ihn jetzt allein lassen? Wo verdammt nochmal war sie?

Ihre schöne Gestalt blitzte vor seinem Auge auf, ihr weißes Kleid spiegelte sich im Sonnenlicht.

Das war so nicht geplant! Eine Kurve später fuhr er rechts ran. Es ging nicht. Allein konnte er die Sache nicht durchziehen. Jedenfalls nicht ohne sie. Verzweifelt suchte er sein Telefon, brauchte mehrere Anläufe bis er endlich ihre Nummer gewählt hatte. War sie schon an ihm vorbei gefahren? Wie hatte er sie übersehen können? Das war nicht möglich… Sie ging nicht ans Telefon, die Angst schnürte ihm die Kehle zu. Ein leichter Stich machte sich breit in seiner Brust, nistete sich ein.

Doch er war nicht allein. Zu seiner linken thronte der Stolz seines Lebens und lächelte ihm aufmunternd zu. „Du packst das, Daddy! Sie lässt dich nicht allein“, es wurde ihm leichter um die Brust. Ein triumphierendes Lächeln umschloss sein Herz.

Also gab er erneut Gas, rauschte an Wäldern, Feldern und Flüssen vorbei. Stets bemüht, das Läuten der Glocken nicht zu überhören. Denn etwas wartete auf ihn und das durfte er um nichts in der Welt verpassen…

Brautkleid Spitze

Mehr Lesefutter

3 comments

Jasmina März 29, 2016 at 9:24 pm

Schöne Geschichte !
Ich lese mir deinen Blog seit geraumener Zeit durch und muss echt sagen, dass deine Beiträge mir ganz gut gefallen. Man ließt gerne deine Blogeinträge durch und dank dir und andere Blogger, fange ich auch an einen Blog zu starten. Mach Weiter so und ich freue mich auf weitere Beiträge. 🙂

Reply
Sina März 27, 2016 at 5:24 pm

Ich würde ein Buch von dir sofort kaufen 😍

Reply
Laura März 27, 2016 at 10:36 pm

Ohhhh wie lieb von dir! Vielen vielen Dank!! <3

Reply

Leave a Comment

*